ich bin umgezogen. meine neue adresse: http://www.schmaerblog.de.
neue posts von nun an nur noch dort.
Sonntag, 29. Juni 2008
geschlossen
Freitag, 27. Juni 2008
virtueller suizid
am ende geht ein jeder dort hin, wo er hingehört; nach hause nämlich.
das kann ich jetzt auch endlich tun. mein freund kasn ist daran nicht ganz unschuldig, er gab mir nämlich mein neues zuhause, auf das ich mich freue, als würde ich noch einmal 18: schmaerblog.de
Mittwoch, 25. Juni 2008
türkiye, türkiye!
gerade hat schweinsteiger das ausgleichstor geschossen, was innerhalb der wohnanlage zu freudenschreien führt. und auch im garten wird es nun wieder lauter. dort sehe ich vom balkon aus den blockwart mit seiner familie und seinen kumpels vom vw-club. in einer alten schwarzen trainingshose steht er am gartenzaun. der bund sitzt straff aber lässig am bierbauch, den das trikot der deutschen nationalelf nur leidlich kaschieren kann. in der rechten hand hält er eine zigarette, die linke trägt eine bierflasche. das gesicht ist stets auf den eigens neben dem grill aufgebauten fernseher gerichtet. allerdings bepöbelt er emsig die ebenfalls grillende familie auf dem balkon des nachbarhauses. die frauen dort tragen kopftücher, die männer schnauzbart. alle sind gut gekleidet und gut gelaunt. trotz übelster chauvinistischer beleidigungen lassen sie sich nicht aus der ruhe bringen. einige der männer stehen am geländer und beobachten ebenfalls das fußballspiel auf dem hausmeisterlichen fernseher. das bringt diesen in rage. er stellt klar, dass er die glotze nicht für türkische schleimer in den garten geschleppt habe. das schindet auf dem balkon keinen eindruck, stattdessen ertönt der schlachtruf: "pa-kistan! pa-kistan!"
Dienstag, 24. Juni 2008
großes blutbad
wenn man auf die klingel der arztpraxis drückt, aktiviert man gleichzeitig den summer und kann die tür aufmachen. ich trete ein und reiche meine karte nebst den üblichen zehn euro praxisgebühr über den tresen. lässig betrete ich das wartezimmer und setze mich auf den letzten freien stuhl. ich blicke mich unter den wartenden um. das durchschnittsalter dürfte deutlich über 60 liegen. ich bin der einzige mann mit haaren. als sich die aufregung über meinen gruß gelegt hat, erklären sich die alten untereinander, dass sie früher nie zum arzt gegagen seien. es ist mir unklar, ob ich das als kritik an meiner person werten soll. jedenfalls sagen ihre blicke, ich solle mir bloß nicht einbilden, ich könnte so krank sein, dass ich ein recht auf einen arztbesuch hätte. schon fünf minuten später werde ich aufgerufen und vom anblick der rentnerriege erlöst. in ihren gesichtern ist blankes entsetzen zu erkennen: wer so kurz wartet, muss ernsthaft krank sein - hoffentlich nichts ansteckendes! schade, dass ich das japsen im wartezimmer nach meinem simulierten hustenanfall nur noch am rande erlebe.
Montag, 23. Juni 2008
europameister der herzen
wieder einmal sind die oranjes zu früh aus dem turnier ausgeschieden. über das spiel muss man gar nicht reden. über die häme, die mir als fan schönen fußballs entgegenschlug, erst recht nicht. bevor ich mein geliebtes trikot wieder für lange zeit im schrank verstauen muss, trage ich es heute noch ein letztes mal;
an der universität werfen mir alle geringschätzige blicke zu. bei den juristen, die vor dem audimax herumlungern, löse ich sogar sprechgesänge aus. ich verstehe gar nicht, warum punks sich mit t-shirts von erfolglosen bands einkleiden, um zu protestieren. nichts löst in der gesellschaft auch nur annähernd so viel empörung aus, wie das falsche fußballtrikot.
hysterische pädagogik
der fensterlose vorlesungssaal ist klimatisiert, deshalb gefriert der schweiß auf der haut. bibbernd blicke ich 90 minuten pädagogik-vorlesung entgegen. wegen dem guten wetter ist der saal nur mäßig gefüllt und man hat einen guten blick durch die reihen auf die lüftungsgitter, aus denen aus sibirien importierte luft kommt. das heutige thema: "die zweigeschlechterlehre und die hysterie der weiber - pädagogik im 19. jahrhundert". die dozentin lässt sich breit über humboldts bildungsbegriff aus, inzwischen nutzt eine ratte die gelegenheit durch das lüftungsgitter zu kommen und nahrung zu suchen. etwa 16 der 19 anwesenden pädagoginnen kreischen und verlassen fluchtartig den raum oder retten sich auf die stuhlreihe und blicken das possierliche tierchen angsterfüllt an. nachdem sie wieder in der lüftung verschwunden ist, setzt die dozentin ihren vortag fort und kommt zur theorie der weiblichen hysterie. "schwachsinnig", "hirnrissig", "beschämend" und "verblendet" sei diese, "absolut unhaltbar" und "falsch". ich notiere: "hysterie aus pietät in panik umbenannt".
Freitag, 20. Juni 2008
jugendliche haut
üblicherweise wache ich vormittags vom wecker aus dem schlaf gerissen auf. mein erster gedanke gilt dann dem problem, den geschmack nach katzenscheiße im mund zu beseitigen. der erste weg führt also ins bad. dort greife in in traumwandlerischer sicherheit zur elektrischen zahnbürste und zur zahnpastatube. danach setze ich mich mit der zahnbürste im mund aufs klo und putze 3 minuten. heute nicht. schon bevor der wecker pulsiert, wache ich mit höllischen schmerzen an der backe auf. sofort hellwach wanke ich schmerzgekrümmt ins bad. im spiegel erscheine nicht ich, sondern mein gerippe. es trägt auf der linken backe einen riesige rote beule. ein zweifachpickel, möglicherweise ein drei-, oder dem schmerz nach sogar ein vierfachpickel! todesmutig setze ich an. mit pressatmung unterdrücke ich wilde flüche. mit knirschen bahnt sich ein eiterpfropfen den weg in richtung spiegel. der boden erzittert von der wucht des aufpralls. den höre ich aber nicht. mein schrei übertönt alles.
Mittwoch, 18. Juni 2008
haute cuisine
ausser den osteuropäerinnen in der mensa kenne ich niemanden, der es fertig bringt, essen mit geschmacklosem geschmack zu schöpfen.
Dienstag, 17. Juni 2008
kaufrausch
gerade habe ich ein größeres sportartikelgeschäft betreten. die rechte steckt in meiner hosentasche, in der linken trage ich meinen geliebten badmintonschläger aus graphite®. das war wohl 1992 der gängige name für carbon oder sowas abgehobenes. neue bespannungen gibt es im dritten stock. ich kämpfe mich durch das erdgeschoß und den fußball-fanshop und die welt des nordic-walkers und runners-world im ersten stock. im zweiten stock durchmesse ich den himmel für inline-skater und radfahrer, um im dritten stock endlich das tennis-, badminton-, squash- und tischtennisparadies zu erreichen. heute abend könne ich ihn abholen, sagt der verkäufer. er ist sichtlich irritiert davon, dass ich neue saiten einem neuen schläger aus carbon vorziehe. es beginnt der abstieg aus dem paradies des racket-sports in die hölle der fußgängerzone. vorbei an inlinern, radfahrern, walkern und runnern. im fußball-fanshop fängt grelles orange meinen blick. es übt einen magnetischen sog auf mich aus: ich muss es besitzen! dieses utensil wird mir endlich das gefühl geben, dass all die abschätzigen und verachtenden blicke der frauen nicht an meiner person liegen.
Donnerstag, 12. Juni 2008
the number you have dialed is temporary avaiable
der ursprüngliche raum im seminar für mittelhochdeutsch war zu klein, deswegen sitze ich mit etwa 38 anderen studentinnen und 2 weiteren studenten im bunkerartigen bau der geologischen staatssammlung. um dem geschwätz zu entgehen, sitze ich immer in der ersten reihe. es gilt folgender satz: lärmpegel ~ sitzreihe.
kurz nach seminarbeginn tönt von fern pferdegalopp. die tür wird aufgerissen und herein trabt eine blondine ohne hufe, dafür mit pfennigabsätzen. mangels alternative quetscht sie ihren zu groß geratenen pferdearsch an mir vorbei. dabei tritt sie mir auf den linken fuß und fegt meinen ordner vom pult. als sie endlich sitzt und ihre nüstern langsam weniger gebläht sind, gröhlt irgendwer "es geht von der skyline zum bordstein zurück". in panik beginnt das pferd mit den vorderhufen in einer knallroten ledertasche zu scharren. "und ich bleib auf meinem weg, yeah" ist das letzte was man hört, bevor sie es endlich schafft, ihr ghettotelefon zu besänftigen.
meiner meinung nach muss sich der anrufer verwählt haben - die kann doch keine freunde haben!
Mittwoch, 11. Juni 2008
deutschland, deutschland über alles...
in diesen tagen gibt es eine neue initiative, um menschen anderer nationalität zu gängeln: den einbürgerungstest.
aus den reihen der linken ertönt kritik. mein lieblingsgrüner ströbele äußert sich dazu so: "ich fürchte, dass viele deutsche den test auch nicht bestehen würden". das fürchte ich allerdings auch. aber darf das unwissen einiger ein freischein für das unwissen anderer sein? einer person, die deutscher staatsbürger werden will, unterstelle ich pauschal, dass sie sich auch dafür entschieden hat, politisch und gesellschaftlich partizipieren zu wollen.
für diese teilnahme am öffentlichen leben wird der staatsbürger in der schule, in sozialkunde, geschichte, religion und deutsch fit gemacht. auch hier geborene schreiben diesen test also, wenn auch über mehrere jahre verteilt. ich wüßte nicht, was dagegen spräche, dieses wissen auch von denen einzufordern, die nicht hier aufwuchsen oder zur schule gingen.
schließlich hat ein staat, der sein bürgerrecht verschleudert, die achtung davor längst verloren.
Dienstag, 10. Juni 2008
nahrungsquelle
studieren ist eine freude für das gehirn, aber eine harte prüfung für gehör, nase und visuell gelegentlich eine echte katastrophe. weil ich heute morgen wieder einmal erst 10 minuten vor beginn komme, hat sich die freie platzwahl gegessen. ich muss nehmen, was noch da ist. auf dem letzten freien platz lasse ich mich nieder. mein erster blick bleibt an der studentin gegenüber kleben. die blaue jeans spannt an ihren überdimensionalen beinen, die wiederum die beine des stuhles völlig verdecken. über der gürtellinie trägt sie eine bluse und darunter einen bh, der mit dem gewicht ihrer brüste sichtlich überfordert ist. das gesicht ist dreieckig. vom hals aufwärts wird es immer schmaler bis fettige haare in blond sprießen, die mit einer haarspange daran gehindert werden, ihren mund zu verdecken. dieser erinnert mich an ein trapez. die unterlippe gerade, die oberlippe seltsam geknickt, so dass man die zähne sieht. sie muss bemerkt haben, dass ich sie anstarre. jedenfalls beginnt sie, mit der zunge an den zähnen zu spielen - hoffentlich hat sie nur hunger.
Freitag, 6. Juni 2008
schennes vom hennes
als mir am mittwoch meine hose riss, war mir gar nicht bewußt, was das genau heißt. vermutlich hat die peinlichkeit, dass die darunterliegende, verwaschene und rote unterhose sichtbar wurde, meine sinne vernebelt. es war mir unmöglich, zu erkennenn, dass es einen einkauf nach sich ziehen wird.
jetzt stehe ich in der fußgängerzone und mache einen schlachtplan während ich vor einer kleiderkette aus schweden stehe. nationalsozialismus und einkaufen stehen bei mir auf einer stufe.
zum glück kenne ich die hosenkollektion dieser kette von früheren einkäufen: es gibt low waist, bootcut, extreme bootcut, regular und slim fit. mich interessieren low waist und regular in 29/32 und hellblau - in 10 minuten wird alles vorbei sein. vorsichtshalber hole ich tief luft und halte sie an, als liefe ich in ein brennendes haus oder würde im meer tauchen.
im ersten stock finde ich die hosen; sie heissen lad, bragg, original und sliq. wahrscheinlich mache ich einen hilflosen eindruck, als mir bewußt wird, dass mein sauerstoffvorrat nicht ausreicht, um in diesem dschungel eine hose zu finden. jedenfalls erbarmt sich eine ziemlich kleine, ziemlich dunkelhäutige und ziemlich exotische verkäuferin meiner: "ist dir zu helfen?" mit meinem letzten bisschen atemluft presse ich die antwort heraus: "ich fürchte nicht mehr..."
Mittwoch, 4. Juni 2008
moto-gp
mein tacho zeigt 18 km/h. vor mir auf dem radweg eiert eine ältere frau umher. natürlich genau in der mitte, so dass weder links noch rechts platz zum überholen ist.
ich könnte schneller, doch sie fährt kampflinie; will mich einfach nicht vorbei lassen.
in meinem kopf formiert sich langsam die idee, dass dies kein langweiliger weg zur uni ist, sondern ein knallhartes rennen. während ich versuche, an ihr vorbeizugehen, frage ich mich, warum keiner blaue flaggen schwenkt. endlich kommt eine schikane in sicht. wenn ich 2 gänge runterschalte und im wiegetritt pedaliere, sollte es gehen. ich ziehe aus dem windschatten, und steche auf der innenseite durch. aus der frau wird in meinem kopf valentino rossi und ich beschleunige nicht auf 30, sondern auf 300. die passanten auf dem gehweg werden zu fahnenschwenkenden fans und bejubeln dieses gewagte überholmanöver eines echten profis. ihre zurufe gehen unter im infernalischen motorenlärm, den mein hochpotentes zweirad von sich gibt. da reißt mich das geräusch eines getriebeschadens jäh aus meinen siegesträumen. mit dem siegerlächeln fährt valentino rossi an mir vorbei und wirft mir zu: "deine hose ist gerissen!"
Dienstag, 3. Juni 2008
partisanin vom amur
gerade als meine vorlesung aus ist und ich in richtung u-bahn gehe, wirft sich mir eine frau in den weg. vom aussehen her ist sie vielleicht 30 und arbeitet bei der heilsarmee. in der linken hand trägt sie politisch korrekt einen stapel papier, während sie mir die rechte hand wie beim hitlergruß entgegenstreckt und mir einen der zettel unter die nase hält: tibet gut, china böse!
fragend schaue ich sie an. sie sieht fragend zurück - schließlich nehme ich ihr den zettel ab und sie beendet den hitlergruß, lädt ein neues blatt papier in die rechte und streckt sie nach einem neuen opfer aus. ich beginne inzwischen zu lesen. wie erwartet steht darin, dass auch andere völker unterdrückt werden - die palästinenser nämlich. und dass auch der imperialistische westen seine gegner militärisch unterdrückt; stichwort heiligendamm.
daraus folgert dieser rot-stink-sockige verein, dass dann auch tibet kein recht hat, sich gegen das liebe - weil dem namen nach kommunistische - china zu wehren. ganz nach dem credo, wenn wir nicht dürfen, dann sollen auch die tibeter kuschen!
mit dem festen vorsatz zu, ihr den flyer vor die füße zu knallen, schreite ich im stechschritt über den geschwister-scholl-platz . nachdem ich den zettel vor ihren augen zerknüllt habe und zum finalen wurf aushole, schaut sie mich wieder fragend an. blitzschnell schießt die rechte vor und hält mir einen neuen zettel unter die nase.
Montag, 2. Juni 2008
studentengedeck
die hitzewelle hält an, auch heute früh hatte es schon wieder mehr als 20° im schatten. als ich an der uni ankam, waren es wohl schon 22°. und jetzt, da ich auf dem weg zur mensa bin, sind es sicherlich knapp 30°. ich mag es, mir meinen weg durch transpirierende studenten zu bahnen, um mir für 2€ ein menü zusammenzustellen. heute gibt es: backerbsensuppe, apfelstrudel (vom freitag, aufgewärmt) und bio-himbeerjoghurt. doch bevor ich die treppen zur essensausgabe in angriff nehme, wasche ich mir die hände im wc im erdgeschoß.
als ich in den apfelstrudel beiße, meldet sich mein sinn für architektur. es stellt sich die frage, warum die toiletten im erdgeschoß sind, während die essensausgabe im hochpaterre ist. rational wäre es andersrum, dann würde ein fallrohr genügen.
Mittwoch, 28. Mai 2008
16 jahr, buntes haar
bei 31° in der sonne sitze ich an der isar, natürlich allein in gesellschaft eines guten buches. meine füße hängen bis zum knöchel im wasser, der rücken trotzt der uv-b-strahlung.
von fern hallt musik; vor allem lautes, deutsches liedgut, gelegentlich auch dead kennedys. das kommt von den punks, die sich neuerdings an der flaucherbrücke häuslich eingerichtet haben.
hinter mir raschelt es im gebüsch. von natur aus mit starkem fluchtinstinkt ausgestattet, drehe ich mich um, um der gefahr ins auge zu sehen. die gefahr sieht aus wie 15, trägt zerschlissene leggins, dazu doc martens, ein gestreiftes röckchen, ein gelbes top mit totenkopf und haare, die, wenn man ihre einzelnen farben zusammenmischen würde, sicherlich kastanienbraun wären.
vermutlich trägt sie diese klamotten und schlüpft im gebüsch herum, weil sie auf der verzweifelten suche nach anerkennung und freunden ist.
"warum sitzt du denn hier allein?", fragt sie unschuldig, was mich zur stellungnahme nötigt: "ich hab' auch keine freunde."
Montag, 26. Mai 2008
weapons of gas destruction
die rassentheorie der nazis war natürlich quatsch. man kann an der schädelform keinen arier erkennen. aber man kann am aussehen und an der stimme eine pädagogikstudentin erkennen. zum beispiel die drei rechts neben mir, die eine vorlesung über immanuel kant hören, die für pädagoginnen und historiker angeboten wird.
die augen der ersten sind so nahe beieinander, dass man meinen könnte, es handle sich um einen zyklopen. einen zyklopen mit herzförmigen ohrringen in übergröße. dafür sind die augen der zweiten so weit auseinander und der mund so hervorstehend, dass sie einer ente ähnelt. die dritte erinnert mich schließlich entfernt an emily the strange. weil ihr pony aber bis zur oberlippe reicht, erinnert sie mich auch an einen bobtail. als die vorlesung beginnt, geht das geschnatter über sex, nachtgalerie, alkohol und billige tv-serien weiter. nach 15 minuten bitte ich freundlich, ob es möglich sei, dass man die krisenkonferenz auf nach der vorlesung verschiebe, weil ich größeres interesse am kategorischen imperativ hätte als am geläster über eine vierte, abwesende pädagogin.
der zyklop linst mich böse an. ich muss kurz überlegen, ob ich ihn wie einst odysseus blenden soll, um mein leben zu retten.
nach 50 minuten gegacker erwähnt emily bobtail ihre bauchschmerzen. sie habe gestern chili gekocht. das sagt sie so laut, dass es jetzt alle umsitzenden wissen. was keiner weiß ist, dass auch ich bauchschmerzen habe. bei mir gab es das ganze wochenende über serbische bohnensuppe. sanft entspanne ich meine rückenmuskulatur, hebe das becken und blähe leise, aber dafür würzig. und alle glauben zu wissen, wer es war.
Freitag, 23. Mai 2008
mauerblümchengespräch
das bafög-amt sitzt mir im nacken. es will leistungsnachweise haben. diese stellt aber nur die studentenkanzlei von neun uhr bis elf uhr aus. entsprechend groß ist die warteschlange. mit wartemarke h38 sitze ich etwas abseits von den restlichen studierenden und bin genervt. ich male mir aus, wer von denen das studium abbrechen wird, wer durchs examen rasseln könnte und so weiter. nach wenigen minuten kommt eine frau auf mich zu, ob der platz neben mir frei sei. ohne etwas zu sagen, räume ich mein zeug beiseite. sie ist wenig attraktiv. eine durchschnittliche frisur, dazu verleiht ihr ihre kleidung ein biederes, langweiliges aussehen: wahrscheinlich akademikerkind, montessori, milchbar, pädagogik.
ich gebe mir mühe, distanziert zu wirken. was ich studiere, will sie schließlich wissen. in der hoffnung, sie abzuwimmeln, lüge ich dreist: "mathe." es wirkt, tatsächlich verzieht sie das feiste gesicht.
bevor sie mir ungefragt erzählen wird, was sie studiert, zieht sie zum siebten mal ihre einwegflasche aus ihrer schwarzen handtasche. sie nippt. hochgerechnet kostet sie das mindestens eine halbe stunde täglich. flasche raus, deckel ab, nippen, deckel wieder zu, flasche verstauen. wirtschaftlich gesehen hochgradig ineffizient - "ich werde arbeitsökonomin."
Mittwoch, 21. Mai 2008
revolution bei 90°
mittwoch ist bei mir saunatag. mittwochs ist gemischte sauna, das bedeutet, dass mir leute jeden geschlechts auf meinen genitalbereich starren. die alternative wäre dienstag. dienstags ist damentag. entsprechend könnten nur damen auf mein gemächt glotzen. montag hingegen ist herrensauna, das scheidet als alternative aus. nicht, weil ich homophob bin. aber weil mein ego es nicht verkraftet, wenn männer auf mein genital schielen und zu schwitzen beginnen.
überhaupt halte ich die einteilung in herren, damen, gemischt für antiquiert. meiner meinung nach wäre eine zweiteilung sinnvoll: frauen und männer mit kleinem glied, sowie männer mit großem gemächt und blinde.
Dienstag, 20. Mai 2008
glatzenkönigin
die frau, die gleich an meinen haaren fummeln wird, ist ein geometrischer typ. kugeliges gesicht, kugeliger oberkörper. zu allem überfluss trägt sie ein shirt mit kreisen, die sich über ihren kugeligen brüsten zu ellipsen verzerren. als ich meine instruktionen gebe, verzieht sie ihren mund und eilt nach hinten zu ihrer kollegin. kichernd kommen beide wieder. wahrscheinlich halten sie es für ziemlich dämlich, wenn ein mann mit dämlicher frisur zum friseur geht, um einen schnitt zu verlangen, der noch dämlicher aussieht.
als sie sich um die haare an meinen ohren kümmert, fällt ihr blick auf mein büchlein.
wieder verzieht sie den mund, aber fragt diesmal empört bis mitleidig: "musst du das etwa lesen!?" triumphierend entgegne ich: "wer goethe nicht freiwillig liest, ist dämlich."
Montag, 19. Mai 2008
kurzschlussreaktion
nokia hat es nicht für nötig gehaltem, seinem t9 den namen "rousseau" beizubringen. dieser umstand erschüttert mich mehr als die auslagerung von arbeitsplätzen und schreit nach einer protest-sms. ich entnehme mein nokia aus der linken hosentasche und tippe. seit einem kleinen unfall fehlen dem gerät gehäuse und akkuabdeckung.
rechts trage ich meinen schlüsselbund, dorthin stecke ich jetzt auch mein mobiltelefon. bisher haben das schlüsselmetall und die offene elektronik des handys nur zur selbstabschaltung geführt.
sekunden später freue ich mich über die mollige wärme am rechten bein. im nächsten moment greife ich in panik in die tasche, um dieses brennende etwas von mir zu schleudern. vor meinen augen explodiert mein telefon. wäre ich dabei mitexplodiert und hätte noch andere verletzt, dann würde morgen die zeitung über den amokläufer hannes a. schreiben: für einen terroristen habe ich die falsche religion.
Freitag, 16. Mai 2008
jogi bussi
löw hat heute seinen em-kader benannt. ziemliche gurkentruppe. der einzige, der potentiell farbe ins spiel bringen kann, ist odonkor.
Donnerstag, 15. Mai 2008
szenen einer ehe
die u6 ist knüppelvoll, wie immer. mir gegenüber sitzt eine frau im blazer, fein geschminkt, ziemlich adrett. neben ihr kauert ein typ in ziemlich abgewirtschaftetem outfit. auf die idee, dass sie zusammen gehören, kommt man nicht auf anhieb. bis sie ihn in gebrochenem deutsch belehrt: "wenn du immer siehst aus wie gipsy, kriegen wir nie wohnung!" er antwortet mit ebenfalls gebrochenem deutsch: "wenn die kriegen mit, dass ich franzose bin, dann überhaupt nicht."
Mittwoch, 14. Mai 2008
peuplierung
das lupe-blog hat eine abhängigkeit zwischen genmaisanbau und rechtsradikalismus festgestellt.
dem anschein nach arbeitet horst seehofer eng mit der ostdeutschen botschafterin merkel zusammen. die regierung hat erkannt, dass sie den bevölkerungsschwund nur so stoppen kann: denn genmais macht nicht nur rechtsradikal, er macht auch ostdeutsch.
Montag, 12. Mai 2008
zapfen für anfänger
1,439 je liter super, 1,369 für den diesel. das ist doch erfreulich, da reihe ich mich gerne in die warteschlange ein, stelle den motor ab und lasse den arm aus dem offenen fenster baumeln. vor mir an der bavaria petrol steht noch eine junge familie. während der vater das amt des tankwarts übernommen hat und jetzt kritisch genau auf die anzeige der zapfsäule blickt und dann doch wieder auf die tankpistole schwenkt, kümmert sich seine geschätzt 40-jährige frau um das quengelnde pack auf dem rücksitz des vans und prüft den luftdruck in allen vier reifen. er zwirbelt inzwischen an seinem schnauzer. sie putzt währenddessen noch die scheibe, bringt müll weg und holt schließlich das geld und verschwindet ins kassenhäuschen. sichtlich genervt steht der vater auf der fahrerseite und droht der frucht seines leibes damit, nach hause zurück zu fahren, wenn nicht augenblicklich ruhe herrsche. auch die abwesenheit seiner gattin dauert ihm offensichtlich zu lange. im befehlston ruft er ihr hinterher, sie solle dem kassierer geld geben und nicht seine lebensgeschichte anhören.
als sie wieder herauskommt, will er wissen, was es gekostet habe. scheinbar ist ihm der betrag beim blick auf die zapfsäule entgangen.
mit erotisch sanfter stimme sagt sie, es habe 69,01€ gekostet, aber weil sie keinen cent hatte, hätte der kassierer nur 69€ verlangt. über den teuren diesel wild fluchend ordnet der tyrann an, sie solle endlich einsteigen, er habe schließlich nicht den ganzen tag zeit. ich betrachte inzwischen das nummernschild und die typenbezeichnung: 1,8i. den gleichen motor habe ich auch, aber ich habe mich dann für den etwas teureren super entschieden.
Samstag, 10. Mai 2008
Mittwoch, 7. Mai 2008
tiger im tank
um 14:32 erreicht mich eine sms: die absenderin jammert über ihren scheißtag. "lol", denke ich und freue mich, dass es gleich an der tür klingeln wird, wir das auto beladen und ab in die berge fahren werden, um grenzenlosen genuß zu haben. in dieser hochstimmung schreibe ich sicher keine mitleidige sms!
aber es klingelt nicht... immer noch nicht... ah, endlich!
das auto ist schnell beladen und wir stehen im stau. um kurz vor 4 sind wir endlich am blomberg. jetzt aber schnell die bikes raus ausm wagen und ab aufn gipfel. aber irgendwas fehlt. ich trottel habe die achse zuhause vergessen.
mit wut im bauch und dem unguten gefühl, dass mein mitfahrer sich ausmalt, wie er meine leiche beseitigt, fahren wir zurück nach münchen. da ich kurz vor münchen doch noch am leben bin, beschließen wir, aus der not eine tugend zu machen, die achse zu holen und an der isar etwas zu fahren. 5 vor 7 parke ich bei grünwald. wir laden abermals die bikes aus und bauen sie zusammen. er packt seinen drehmomentschlüssel aus: "muss nochmal nachziehen." ich höre es klicken und negatives karma erfüllt den raum. er hat die schraube abgerissen - nix mehr mit biken. mit unterdrückten flüchen lade ich mein bike wieder ein. seines auch. auf der heimfahrt beginnt die tankuhr zu blinken; eigentlich kein wunder nach 300km. vielleicht schreibe ich ihr doch zurück.
Dienstag, 6. Mai 2008
das totale date
ein date, endlich! aber was sagen?! leider kann ich es nicht vermeiden, dass die zukunft zur sprache kommt. berufe, karriere, familie und so; vor allem aber karriere. in einem anfall geistiger umnachtung sage ich die wahrheit. "germanistik?! was kann man denn damit machen?!", entfährt es ihr. "ach", sage ich, "josef goebbels war auch germanist".
Montag, 5. Mai 2008
schöne augen
auf der suche nach meiner lieblingstiefkühlpizza war ich vorhin in einem der größten einkaufszentren vor ort. an der kasse herrschte multikulturelles durcheinander, die russische kassiererin war mit der japanischen technik überfordert, während die türkische mutter mit dem baby auf dem arm nach ihrem geld wühlte und die stöckelschuhtragende vietnamesin vor mir in der schlange blöd schaute. an der kasse nebenan hingegen tummelten sich 3 glatzen in thor-steinar-klamotten.
ich hasse großmärkte. sie überfordern meine vorurteilskoordination massiv.
Donnerstag, 1. Mai 2008
weiße nächte
aus, vorbei, vier zu null gegen zenit st. petersburg.
schon wieder scheitert eine deutsche delegation tapferer, starker, junger söldner in russland beim griff nach dem thron in europa. man hätte aus der geschichte lernen sollen.
Dienstag, 29. April 2008
lichterprozession
das olympische feuer soll auf den mount everest getragen werden. journalisten wurden extra eingeladen für das spektakel, sie verharren jetzt im camp auf 5.000m über N.N.
unsere luft hat 21% sauerstoffanteil. gase und flüssigkeiten brennen nur bei einem anteil über 14%. auf dem everrest steht aber nur 1/3 des normalwertes zur verfügung, also magere 7%. lenovo soll eine spezialfackel entwickelt haben, die wind und wetter trotzen kann, aber hat man auch an sauerstoff gedacht?
spannend ist weniger die ankunft der fackel auf dem gipfel, sondern schon wieder, ob sie am ziel noch brennt...
Montag, 28. April 2008
den faden verloren
vor mir auf der rolltreppe steht laura s., ich kenne sie. ich habe sie letztes semester ertragen und muss sie auch dieses semester ertragen. wenn ich könnte, würde ich sie aus meinen seminaren und vorlesungen dauerhaft entfernen. sie ist das typische grünwalder töchterchen, das zu dumm für jura, aber zu arm für ibiza ist.
mein blick wandert von ihren schwarzen ballerinas zu den blonden haaren, die etwa einen meter und fünfundsiebzig zentimeter über dem boden zum pferdeschwanz gebunden sind. die reise geht weiter über das grüne top unter dem sich die träger eines bh's abzeichnen. auf ihrem gesäß bleibt mein blick kleben. die weißen hot pants bilden mit der sonnenbraunen haut und dem auf der innenseite der schenkel herausbaumelnden türkisen bändchen einen atemberaubenden anblick.
Freitag, 25. April 2008
Donnerstag, 24. April 2008
columba cacabat
wie meistens bin ich auch heute morgen spät dran. auf dem weg zur u-bahn muss ich eine bahnbrücke unterqueren. wie jeden morgen gurrt es über mir. exkremente treffen mich. das rückenteil meines lieblingspullis ist besudelt, aber zum umkehren und umziehen fehlt mir die zeit. notwendigerweise muss ich den tag an der uni mit kacke auf dem rücken überstehen.
als ich im hörsaal platz nehme, hängt über der rückenlehne meines sitzes ein mantel. die frau der er gehört scheint nicht zu beabsichtigen, ihn zu entfernen. nur einige giftige blicke fallen in meine richtung. ganz genüßlich lehne ich mich zurück.
Mittwoch, 23. April 2008
heuschnupfen
schon vor der uni fängt mich ein leiser duft. wie im traum folge ich ihm bis zur quelle. eine junge, gutaussehende studentin. brünett mit grünen augen. wie in trance setze ich mich neben sie und lasse einen sitz frei. ich beobachte sie intensiv. wie sie ihren block auspackt, wie sie ihr handy auf lautlos stellt, wie sie an der wasserflasche nippt und wie sie mit den händen an ihrer jacke popelt und die fusseln entfernt. ich stelle mir vor, wie es wohl wäre... inzwischen drängt sich eine korpulente studentin auf den noch freien platz. sie popelt auch.
Dienstag, 22. April 2008
nachgetreten!
es ist erst zwei wochen her, trotzdem erscheint es mir heute ähnlich hirnrissig wie der turmbau zu babel. die parallelen sind gravierend: auch im aktuellen fall sollte es sich um einen turm, einen leuchtturm nämlich, handeln, dessen bau schließlich durch ein kommunikationsproblem (über die kosten) scheiterte. die rede ist vom transrapid münchen.
mit wenig abstand kann man jetzt resumieren:
a) scheint die bayrische staatsregierung schon vor dem bekanntwerden der kostenerhöhung davon ausgegangen zu sein, dass der transrapid niemals kostendeckend fahren könnte. das erklärt, warum man von einem leuchtturmprojekt sprach: gewinn sollte der export der technologie bringen.
b) der transrapid ist ein veraltetes verkehrskonzept. ursprünglich wurde er konstruiert, um metropolregionen zu verbinden. diese aufgabe übernehmen heute hochgeschwindigkeitszüge und kurzstreckenflieger. die lücke in der infrasturktur, die der transrapid beheben sollte, ist längst geschlossen.
nur die farbgebung verstehe ich bis heute nicht. ausgerechnet in bayern sollte ein roter zug verkehren. ein schöneres zeichen für den realitätsverlust hätte sich die csu kaum aussuchen können.
Montag, 21. April 2008
hirnfrei und bauchlos
meine vorurteile gegenüber pädagoginnen haben sich einmal mehr bestätigt. unchristlich früh am morgen betrat ich den raum 305. weil alle ausser mir freunde zu haben scheinen, sind alle sitzplätze belegt oder freigehalten.
ich nehme meinen stammplatz auf der fensterbank ein. kurz nach mir trudelt eine pädagogikstudentin ein und will die hälfte meiner fensterbank.
bei der frage bückt sie sich nach ihrem diddlblock. ungeschickterweise ploppt dabei ihr sorgfältig in den tanga gestopftes t-shirt heraus und gewährt mir tiefe einblicke. auf dem textilpflegeschild befinden sich die üblichen textilpflegesymbole, das kann ich sehen, weil es heraushängt. in etwa so, wie man vor drei, vier jahren die schlüsselbänder heraushingen ließ. die speckröllchen überwuchern ein arschgeweih in dunkelgrün. als sie wieder hochkommt, blickt sie mich fragend an. schließlich bin ich ihr noch eine antwort schuldig: "kannst sie ganz haben".
Freitag, 18. April 2008
von guten eltern
wenn meine familie, insbesondere meine eltern, sich mal ein bisschen mehr den arsch aufgerissen hätten, könnte ich jetzt ein schönes leben führen. zum beispiel in florida, auf den kanaren, den seychellen oder wenigstens in monaco. stattdessen muss ich mir selber den arsch aufreißen und arbeiten. undankbares gesocks, ey!
Donnerstag, 17. April 2008
hypochondrie
ein einsamer abend neigt sich dem ende zu.
mangels alternativen habe ich mich mal wieder mit krankheiten befasst. als hypochonder wäre ich hervorragender arzt. ich bin mir eigentlich sicher, dass es keine krankheit auf der welt gibt, die ich nicht aus erster hand kenne.
aber mal ehrlich: hypochondrie alleine füllt den abend nicht. nach langem überlegen kam ich auf die idee: wenn ich schon hypochonder bin und imaginäre freunde habe, warum ist darunter dann kein arzt?!
mein arzt heißt peter. fürs erste wohnt er bei mir, bis er was gefunden hat.
Mittwoch, 16. April 2008
Dienstag, 15. April 2008
eine perle der natur (vor die sau)
krombachers regenwaldprojekt will bisher 83 millionen quadratmeter regenwald geschützt haben. klingt viel. das muss man sich vielleicht nochmal auf der zunge zergehen lassen: 83.000.000 quadratmeter! das sind 83 quadratkilometer. wo sind denn die nullen hingekommen?! egal, 83km² sind doch immer noch viel! das sind immerhin gut 10km² mehr als die fläche der stadt kreuztal, in der die brauerei ihren sitz hat. und das wiederum entspricht nur etwa einem viertel der
fläche, die täglich verschwindet.
weil man für den preis eines kastens krombacher statt einem quadratmeter mehr als 500 quadratmeter regenwald retten könnte, bleibt nur noch festzuhalten: marketing ist eben alles.
Montag, 14. April 2008
krebsgeschwür und pädagogik
das semester geht los. ich sitze in der ersten vorlesung, noch 15 minuten bis beginn. der saal füllt sich ganz langsam. meine blicke schweifen über das auditorium, immer wieder bleiben sie an einem hängen, der aussieht wie ich. aber er macht einen motivierten eindruck - ich hasse ihn zutiefst.
Sonntag, 13. April 2008
breitbandanschluss
...nutzt leider wenig, wenn die geliebte eliteuniversität die exzellenzgelder und meine studiengebühren für alle möglichen dinge ausgibt. trotzdem: zugriff auf das vorlesungsverzeichnis ist eine quälende prozedur.
mit jeder minute wartezeit sollte ich 5€ meiner gebühren zurückbekommen. ich halte diesen anvisierten stundentarif von 300€ brutto durchaus für gerechtfertigt. immerhin bin ich angehender akademiker.
endstation
sonntag abend, 23:30 uhr. ich stehe am bushäuschen und warte auf den 64er, der inzwischen 53 heißt. er ist pünktlich. im bus: der fahrer, sonst keiner. der fahrer führt selbstgespräche, wozu ist er eigentlich hier?!
2 stationen später steige ich aus. wie meistens vorne beim fahrer, zwischen tür und angel sage ich "servus". der fahrer lächelt.
Samstag, 12. April 2008
kalorienbombe
der samstagabend brachte mir endlich antworten. mein untergewicht ist gar keine essstörung oder genetischer fehler. den blicken der frauen nach bestehe ich einfach zu 100% aus luft, was mein körpergewicht ziemlich gut erklärt. wie gern wäre ich helmut kohl. immerhin habe ich auch auf absolut lächerliche weise keinen funken humor.
Freitag, 11. April 2008
windhundverfahren
einschreibetermin vergessen... ich hetzte in die uni. same procedure as every jear, james.
die liste für seminare ist schon wieder brechend voll. mein sorgfälig ausgearbeiteter stundenplan löst sich grade in luft auf. vor mir rhabarbern 4 studienkolleg-der-deutschen-wirtschaft-schlampen über die dummköpfe, die kein stipendium gekriegt haben. ich beginne zu hassen. als ich endlich vor der liste stehe, ist alles weg.
scheissegal, ich muss jetzt erstmal eine rauchen...
Mittwoch, 9. April 2008
boom bis die hose platzt
Der Aufschwung in Deutschland dürfte sich nach Einschätzung der OECD fortsetzen, allerdings in den kommenden zwei Jahren an Schwung verlieren. Um das Wachstum langfristig zu sichern, sieht die Organisation erheblichen Reformbedarf in nahezu allen Politikbereichen - insbesondere bei der Bildung.
bildungsreform klingt doch immer super, vor allem in unseren jungen ohren. wir sind mitten in der bildung, sind schüler, azubis, studenten, junge performer. jedoch fürchte ich, dass die OECD hier, wie in allen anderen bereichen, gerne ein liberalisiertes deutschland sähe - ein sehr nachteiliges konzept für sozialstaatlichkeit und menschenwürde.
die OECD legt falsche maßstäbe an. sie macht ein modell aus den staaten, die auf ihrem einzelnen sektor erfolgreich sind. diesem modell sollen die einzelnen staaten ähneln. es sieht nationen als objekte, die sich anpassen müssen, keinesfalls alternative wege gehen dürfen. zwar führen alle wege nach rom, glaubt man der OECD führt aber nur ein einziger zum erfolg. wer sich abweichend verhalte, habe schon verloren - und verlierer stellen höchstens unbequeme fragen, schaffen aber niemals das G8.
olympic games 2.0
alle reden von boykott. ich auch.
ich bin dagegen, dass politiker und sportler den spielen fernbleiben. boykott muss von denen kommen, die im normfall erfolgreiche spiele machen: die zuschauer. olympia ist seit tausenden jahren die reinform der mitmach-veranstaltung.
statt sport ansehen also lieber selber sport machen, das kommt dem olympischen gedanken näher und
das tut china und dem ioc mehr weh, als ausbleibende sportler.
Montag, 7. April 2008
Freitag, 4. April 2008
tiefer, tiefer!
klingt in meinen ohren völlig absurd, wird mir aber die million bei wer wird millionär einbringen:
im märz 1929 brach lz 127 "graf zeppelin" den geltenden tiefenrekord für u-boote, als es am toten meer bis auf 70m über die oberfläche herabging. ich habs ja immer gesagt: luftschiffe sind elegant und ausserdem cool
Donnerstag, 3. April 2008
Mittwoch, 2. April 2008
alte liebe
es is schon echt zum kotzen. frauen sind so wie diese ganz fiesen südamerikanischen fliegen. erst umkreisen sie dich, gehen dir auf die nerven. rauben den schlaf, entwischen immer wieder der klatsche. bis sie irgendwann ihre larven in dich legen, ihre brut frisst dich langsam auf und sie schwirren schon zum nächsten haufen scheiße ab
