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Montag, 26. Mai 2008

weapons of gas destruction

die rassentheorie der nazis war natürlich quatsch. man kann an der schädelform keinen arier erkennen. aber man kann am aussehen und an der stimme eine pädagogikstudentin erkennen. zum beispiel die drei rechts neben mir, die eine vorlesung über immanuel kant hören, die für pädagoginnen und historiker angeboten wird.
die augen der ersten sind so nahe beieinander, dass man meinen könnte, es handle sich um einen zyklopen. einen zyklopen mit herzförmigen ohrringen in übergröße. dafür sind die augen der zweiten so weit auseinander und der mund so hervorstehend, dass sie einer ente ähnelt. die dritte erinnert mich schließlich entfernt an emily the strange. weil ihr pony aber bis zur oberlippe reicht, erinnert sie mich auch an einen bobtail. als die vorlesung beginnt, geht das geschnatter über sex, nachtgalerie, alkohol und billige tv-serien weiter. nach 15 minuten bitte ich freundlich, ob es möglich sei, dass man die krisenkonferenz auf nach der vorlesung verschiebe, weil ich größeres interesse am kategorischen imperativ hätte als am geläster über eine vierte, abwesende pädagogin.
der zyklop linst mich böse an. ich muss kurz überlegen, ob ich ihn wie einst odysseus blenden soll, um mein leben zu retten.
nach 50 minuten gegacker erwähnt emily bobtail ihre bauchschmerzen. sie habe gestern chili gekocht. das sagt sie so laut, dass es jetzt alle umsitzenden wissen. was keiner weiß ist, dass auch ich bauchschmerzen habe. bei mir gab es das ganze wochenende über serbische bohnensuppe. sanft entspanne ich meine rückenmuskulatur, hebe das becken und blähe leise, aber dafür würzig. und alle glauben zu wissen, wer es war.