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Montag, 23. Juni 2008

hysterische pädagogik

der fensterlose vorlesungssaal ist klimatisiert, deshalb gefriert der schweiß auf der haut. bibbernd blicke ich 90 minuten pädagogik-vorlesung entgegen. wegen dem guten wetter ist der saal nur mäßig gefüllt und man hat einen guten blick durch die reihen auf die lüftungsgitter, aus denen aus sibirien importierte luft kommt. das heutige thema: "die zweigeschlechterlehre und die hysterie der weiber - pädagogik im 19. jahrhundert". die dozentin lässt sich breit über humboldts bildungsbegriff aus, inzwischen nutzt eine ratte die gelegenheit durch das lüftungsgitter zu kommen und nahrung zu suchen. etwa 16 der 19 anwesenden pädagoginnen kreischen und verlassen fluchtartig den raum oder retten sich auf die stuhlreihe und blicken das possierliche tierchen angsterfüllt an. nachdem sie wieder in der lüftung verschwunden ist, setzt die dozentin ihren vortag fort und kommt zur theorie der weiblichen hysterie. "schwachsinnig", "hirnrissig", "beschämend" und "verblendet" sei diese, "absolut unhaltbar" und "falsch". ich notiere: "hysterie aus pietät in panik umbenannt".