studieren ist eine freude für das gehirn, aber eine harte prüfung für gehör, nase und visuell gelegentlich eine echte katastrophe. weil ich heute morgen wieder einmal erst 10 minuten vor beginn komme, hat sich die freie platzwahl gegessen. ich muss nehmen, was noch da ist. auf dem letzten freien platz lasse ich mich nieder. mein erster blick bleibt an der studentin gegenüber kleben. die blaue jeans spannt an ihren überdimensionalen beinen, die wiederum die beine des stuhles völlig verdecken. über der gürtellinie trägt sie eine bluse und darunter einen bh, der mit dem gewicht ihrer brüste sichtlich überfordert ist. das gesicht ist dreieckig. vom hals aufwärts wird es immer schmaler bis fettige haare in blond sprießen, die mit einer haarspange daran gehindert werden, ihren mund zu verdecken. dieser erinnert mich an ein trapez. die unterlippe gerade, die oberlippe seltsam geknickt, so dass man die zähne sieht. sie muss bemerkt haben, dass ich sie anstarre. jedenfalls beginnt sie, mit der zunge an den zähnen zu spielen - hoffentlich hat sie nur hunger.
