gerade als meine vorlesung aus ist und ich in richtung u-bahn gehe, wirft sich mir eine frau in den weg. vom aussehen her ist sie vielleicht 30 und arbeitet bei der heilsarmee. in der linken hand trägt sie politisch korrekt einen stapel papier, während sie mir die rechte hand wie beim hitlergruß entgegenstreckt und mir einen der zettel unter die nase hält: tibet gut, china böse!
fragend schaue ich sie an. sie sieht fragend zurück - schließlich nehme ich ihr den zettel ab und sie beendet den hitlergruß, lädt ein neues blatt papier in die rechte und streckt sie nach einem neuen opfer aus. ich beginne inzwischen zu lesen. wie erwartet steht darin, dass auch andere völker unterdrückt werden - die palästinenser nämlich. und dass auch der imperialistische westen seine gegner militärisch unterdrückt; stichwort heiligendamm.
daraus folgert dieser rot-stink-sockige verein, dass dann auch tibet kein recht hat, sich gegen das liebe - weil dem namen nach kommunistische - china zu wehren. ganz nach dem credo, wenn wir nicht dürfen, dann sollen auch die tibeter kuschen!
mit dem festen vorsatz zu, ihr den flyer vor die füße zu knallen, schreite ich im stechschritt über den geschwister-scholl-platz . nachdem ich den zettel vor ihren augen zerknüllt habe und zum finalen wurf aushole, schaut sie mich wieder fragend an. blitzschnell schießt die rechte vor und hält mir einen neuen zettel unter die nase.
