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Mittwoch, 28. Mai 2008

16 jahr, buntes haar

bei 31° in der sonne sitze ich an der isar, natürlich allein in gesellschaft eines guten buches. meine füße hängen bis zum knöchel im wasser, der rücken trotzt der uv-b-strahlung.
von fern hallt musik; vor allem lautes, deutsches liedgut, gelegentlich auch dead kennedys. das kommt von den punks, die sich neuerdings an der flaucherbrücke häuslich eingerichtet haben.
hinter mir raschelt es im gebüsch. von natur aus mit starkem fluchtinstinkt ausgestattet, drehe ich mich um, um der gefahr ins auge zu sehen. die gefahr sieht aus wie 15, trägt zerschlissene leggins, dazu doc martens, ein gestreiftes röckchen, ein gelbes top mit totenkopf und haare, die, wenn man ihre einzelnen farben zusammenmischen würde, sicherlich kastanienbraun wären.
vermutlich trägt sie diese klamotten und schlüpft im gebüsch herum, weil sie auf der verzweifelten suche nach anerkennung und freunden ist.
"warum sitzt du denn hier allein?", fragt sie unschuldig, was mich zur stellungnahme nötigt: "ich hab' auch keine freunde."